Der Olavsweg wurde bereits im Mittelalter von zahlreichen Männern und Frauen bewältigt mit weitaus schlechteren Möglichkeiten zur Orientierung, Unterkunft, Beschaffenheit der Pfade, sowie Ausrüstung/Kleidung. Um dich bestmöglich auf dein Abenteuer vorzubereiten gilt es sich mit folgenden drei Aspekten auseinanderzusetzen.
- Körperliche Fitness
Um dein Ziel in Trondheim zu erreichen wirst du eine Distanz von 643 Kilometer zurücklegen. Die meisten Pilger benötigen dazu etwa 32 Tage mit einer durchschnittlichen Tagesetappenlänge von 20 Kilometer. Allerdings dient dies nur als Orientierungshilfe, denn beim Pilgern gilt die Devise: Jeder läuft so schnell und so weit wie er will.
Man darf dabei aber auch das zusätzliche Gewicht durch den Rucksack nicht vergessen. Dieser kann insbesondere am Anfang ungewohnt sein und sehr schwer auf dem Rücken liegen. Daher ist es ratsam bereits bei der Vorbereitung sich einen Rucksack mit ähnlich schwerem Gewicht auf den Rücken zu schnallen, um bereits im Vorfeld ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist, über längere Distanzen das zusätzliche Gewicht tragen zu müssen. Vor allem für unerfahrene Wanderer/Pilger ist es empfehlenswert schon zuhause Tageswanderungen zu unternehmen, um seinen Körper auf diese Distanzen vorzubereiten.
Eine grundsätzliche Fitness sollte man mitbringen, aber letztendlich kann jeder es schaffen den Olavsweg in seiner vollen Länge zu absolvieren.
Die mentale Stärke ist ein wohl noch wichtigerer Aspekt als die körperliche Fitness, denn nur wer motiviert bleibt und den Willen nicht verliert, wird am Ende vor dem Nidarosdom stehen. Du wirst mit Sicherheit an deine eigenen Grenzen stoßen und dann ist es wichtig durchzuhalten und dein Ziel weiterzuverfolgen.
Stelle dich darauf ein, dass es ungemütlich, kalt und auch einsam werden kann. Habe keine zu hohen Erwartungen und lasse jeden Tag einfach auf dich zukommen. Dies erlaubt es dir jede noch so kleine Annehmlichkeit mit Freuden zu empfangen. Seien es Beeren am Waldesrand, ein Landsmann, der dir Wasser anbietet oder einfach nur jemand, der dir seinen Respekt für dein Vorhaben, den Olavsweg zu bestreiten, ausdrückt. Jeder Tag hält eine Freude für dich bereit. Warte nicht darauf, aber weiß die Momente zu schätzen.
Zeit spielt auf dem Olavsweg keine Rolle. Du willst bei Sonnenschein deine Füße in den Bach halten? Oder auf einer Bank die wunderschöne Aussicht auf den Mjøsa-See genießen bei einem kleinen Picknick? Dann halt doch einfach inne und genieße den Moment, wie du ihn dir vorstellst. Es ist gut und wichtig Pausen zu machen, denn schließlich soll dir der Weg auch Spaß machen. Es geht nicht darum so schnell wie möglich von A nach B zu kommen!
Mit diesem Mindset werden dir ständig neue Überraschungen begegnen, die dir Kraft geben, um weiterzulaufen.
2. Mentale Stärke
3. Richtige Ausrüstung
Bevor du dich auf den Weg machst solltest du dir im Klaren darüber sein welche Ausrüstung du brauchst und worauf du verzichten kannst. Als Grundsatz gilt folgendes: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Jedes Kilo weniger auf dem Rücken wird dir viel Energie ersparen.
Beim diesem Thema kommt es auch sehr darauf an, wie du deine Reise planst. Willst du ein Zelt mitbringen, um flexibel und unabhängig zu sein, oder planst du von Unterkunft zu Unterkunft zu laufen? Willst du dir unterwegs kleinere warme Mahlzeiten zubereiten, z.B. mit Gaskocher und Topf, oder isst du überwiegend an Unterkünften, Cafés, Restaurants, etc.? Auch in Sachen Wetter kannst du auf dem Olavsweg fast alles erwarten, je nach Reisezeit. Denn selbst in den Sommermonaten kann es sein, dass innerhalb kürzester Zeit das Wetter von sommerlichen 28 °C im Schatten auf eisige 5 °C bei Wind und Regen umschlägt. Nicht selten kommt es vor, dass im Hochgebirge von Dovre Eis- und Schneewarnungen schon gegen Ende August/Anfang September ausgesprochen werden. Hier gilt es immer die Wettervorhersage und die Informationen von den Pilgerzentren im Auge zu behalten.
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Neben ausreichend Wechselunterwäsche solltest du dir auch zwei verschiede Outfits zusammenstellen. Es hat sich bewährt, wie bei klassischen Wanderungen auf verschiedene Layer zu setzen, die man je nach Bedarf an- und ausziehen kann. Eine Regenjacke/Regenponcho ist unabdingbar und wasserfestes Schuhwerk sollte hier auch nicht fehlen.
